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Britische Versicherer auf der Jagd nach Anteilen am deutschen Markt der Altersvorsorge

am 20. November 2011

Seit dem Jahr 1994 haben britische Versicherer durch die EU-Marktharmonisierung und die damit einhergehende Öffnung des Binnenmarktes für den Dienstleistungssektor Zugang zum deutschen Markt bekommen. Einige Anbieter agieren von ihrem Heimatland aus, während andere Filialen in Deutschland gegründet haben. In beiden Fällen unterliegen sie jedoch gleichzeitig den Auflagen der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) sowie denen der britischen Aufsichtsbehörde FSA (Financial Services Authority). Letztere zeichnet sich besonders durch ihre strengen und kundenfreundlichen Vorschriften aus. Wenn der Vertrag in Deutschland abgeschlossen wird, unterliegt er deutschem Recht und es besteht auch kein Währungsrisiko, da die Versicherung in Euro geführt wird.

Altersvorsorge über britische Lebensversicherer / Rentenversicherer?

Britische Versicherer sind auf dem deutschen Markt häufig mit Angeboten zur Altersvorsorge vertreten und versprechen ihren Kunden bei diesen Policen eine höhere Ablaufleistung als ihre deutschen Konkurrenten. Die Rendite soll, auf die Gesamtlaufzeit umgerechnet, teilweise bei bis zu 14 Prozent liegen. Diese beabsichtigen die britischen Versicherer durch eine höhere Aktienquote zu erzielen, sie liegt im Durchschnitt bei ca. 60 Prozent. Gegen Ende der Laufzeit von Produkten zur Altersvorsorge wird der Aktienanteil jedoch häufig reduziert. Bei den britischen Versicherungen zur Altersvorsorge existiert keine Garantieverzinsung, da diese sich auf die Höhe der Verwaltungsgebühren und die Anlageflexibilität auswirkt. Oft wird jedoch die Anlagemöglichkeit in Garantiefonds angeboten, entsprechend des jeweiligen Sicherheitsbedürfnisses des Anlegers. Die Sicherheit einer von einem britischen Versicherer angebotenen Anlage wird auch durch die bereits oben genannte FSA überwacht. Diese führt eine Bonitätsprüfung durch, die untersucht, ob die Versicherungsgesellschaften die Garantien, die sie ihren Kunden gegeben haben, einhalten können. Am Ende der ordnungsgemäßen Laufzeit eines Vertrages wird von britischen Versicherern oft auch noch ein Schlussbonus ausgezahlt.

Standard Life und Clerical Medical sind die in Deutschland bekannteren Player

Zu den bekanntesten auf dem deutschen Markt tätigen britischen Versicherern zählen beispielsweise das 1825 in Edinburgh gegründete Unternehmen „Standard Life“, welches 1996 eine Niederlassung in Frankfurt gründete, der 1861 gegründete Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit „Royal London“, welcher nach eigenen Angaben mehr als 4 Millionen Versicherungsnehmer betreut und damit als größter Versicherungsverein Großbritanniens gilt. „Clerical Medical“ wurde 1824 gegründet, gehört inzwischen zur Lloyds Banking Group und zählt sich zu einem der weltweit größten und erfolgreichsten Anbieter.

Standard Life: Der britische Versicherer ist auch in Deutschland aktiv und hat mit hohen Renditeversprechen bereits eine größere Anzahl an Verträgen zur Altersvorsorge an den Mann und die Frau gebracht (Website Screenshot vom 20.11.2011)

Standard Life: Der britische Versicherer ist auch in Deutschland aktiv und hat mit hohen Renditeversprechen bereits eine größere Anzahl an Verträgen zur Altersvorsorge an den Mann und die Frau gebracht (Website Screenshot vom 20.11.2011)

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